Parola del mese di maggio – Wort zum Monat Mai

Parola del mese di Maggio 2022 – 01.05.2022

Carissimo, io prego che tu prosperi in ogni cosa e goda di buona salute, come prospera la tua anima. (3.Giovanni 2)

Giovanni è uno scrittore di lettere – tre lettere sue sono conservate nel Nuovo Testamento. Il versetto di questo mese proviene dalla terza lettera che Giovanni scrive a Gaio, un presbitero, cioè un consigliere della comunità.

Questa lettera apostolica inizia come iniziano molte lettere personali fino ad oggi: Carissimo, spero che tu stia bene e in salute! Ma Giovanni lo dice in modo più dettagliato e introduce un aspetto che spesso manca altrove. Parla dell’anima di Gaio e dice: La tua anima sta bene. E anche sotto altri aspetti, ti auguro di stare bene e in buona salute.

Così l’autore della lettera distingue tra anima e corpo. L’anima è il pensiero, il sentimento e la volontà dell’essere umano. Come tale, non è semplicemente una funzione del corpo, ma è in relazione con esso. Per lo scrittore della lettera, tuttavia, l’anima non si limita alla sua relazione con il corpo, ma stabilisce anche la relazione con Dio. Così quando Giovanni è certo che l’anima di Gaio sta bene, intende la relazione di Gaio con Dio. Questa relazione è intatta, e questo fa piacere allo scrittore.

Ed è quello che gli scrive: ospitale e amorevole è Gaio, anche verso gli estranei.

Gaio non ha vita facile nella comunità. Perché qualcun altro, freddo e duro, ha appena preso il sopravvento nella comunità. Non è facile per Gaio con il suo atteggiamento aperto.

Giovanni conosce la situazione della sua controparte e risponde ad essa. Lo immagino considerare attentamente le sue parole, poi metterle su carta con penna e inchiostro. Preferirebbe essere sul posto per discutere la situazione con Gaio faccia a faccia. Ma questo sembra impossibile. Un messaggero consegna il suo messaggio.

Immagino Gaio che tiene la lettera tra le mani e la legge. Si sente preso sul serio nella sua difficile situazione. Quanto gli fa bene essere lodato! Forse sospira profondamente, poi si raddrizza. Si sente rafforzato e confermato. Ospitale e amorevole: sì, è esattamente ciò che Gesù avrebbe voluto.

E così gli auguri che Giovanni esprime gli fanno bene. Che stia bene in ogni modo, che sia sano nel corpo e nell’anima. È proprio questo che non si può dare per scontato, i conflitti nella comunità logorano la sostanza e i dubbi su se stessi lo fanno dubitare.

Giovanni è un uomo pio, questo è chiaro dalla sua lettera. Eppure le sue parole non sono quelle che si chiamano un po’ malefico “pii auguri”. Quelli sono vuoti e lontani dalla realtà. Non capiscono di cosa ha bisogno la persona perché giudicano male e ignorano la sua situazione.

Posso dare all’altra persona più di un pio augurio se so di lui o di lei; di ciò che lo rende felice e di ciò che lo appesantisce.

Allora le mie parole li raggiungono, rafforzano, deliziano, raddrizzano e confortano.

Carissimo, io prego che tu prosperi in ogni cosa e goda di buona salute, come prospera la tua anima.

 

 Wort zum Monat Mai 2022 – 01.05.2022

Mein Lieber, ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht. (3.Johnnesbrief 2)

Johannes ist ein Briefeschreiber – drei Briefe sind von ihm im Neuen Testament erhalten. Der Vers zu diesem Monat stammt aus dem dritten Brief, den Johannes an Gajus schreibt, einen Presbyter, also einen Kirchenvorsteher der Gemeinde.

Dieser apostolische Brief beginnt, wie bis heute viele persönliche Briefe beginnen: Mein Lieber, ich hoffe, dass es Dir gut geht und Du gesund bist! Johannes sagt es aber etwas ausführlicher und bringt dabei einen Aspekt ein, der anderswo oft fehlt. Er spricht nämlich von der Seele des Gaius und sagt: Deiner Seele geht es ja gut. Und auch sonst wünsche ich Dir Wohlergehen und Gesundheit.

Der Briefschreiber unterscheidet also Seele und Körper. Die Seele ist das Denken, Fühlen und Wollen des Menschen. Als solche ist sie nicht einfach eine Funktion des Körpers, sondern steht in einer Beziehung zu ihm. Für den apostolischen Briefschreiber beschränkt sich die Seele aber nicht auf ihre Beziehung zum Körper, sondern stellt auch die Beziehung zu Gott her. Wenn also Johannes gewiss ist, dass es der Seele des Gaius wohlergeht, dann meint er die Beziehung des Gaius zu Gott. Diese Beziehung ist intakt, und das erfreut den Schreiber.

Und das schreibt er ihm auch: gastfreundlich und liebevoll sei er, auch Fremden gegenüber.

Gajus hat gerade keinen leichten Stand in der Gemeinde. Denn ein anderer, der abweisend und hart ist, hat gerade in der Gemeinde die Oberhand gewonnen. Gajus hat es mit seiner offenen Haltung nicht leicht.

Johannes kennt die Situation seines Gegenübers und geht darauf ein. Ich stelle mir vor, wie er seine Worte genau überlegt, um sie dann mit Tinte und Feder auf das Papier zu bringen. Lieber wäre er vor Ort, um die Situation mit Gaius von Angesicht zu Angesicht zu besprechen. Aber das
scheint nicht möglich zu sein. Ein Bote überbringt seine Nachricht.
Ich stelle mir vor, wie Gaius den Brief in den Händen hält und liest. Er fühlt sich wahrgenommen in seiner schwierigen Lage. Wie gut tut es ihm, gelobt zu werden! Vielleicht seufzt er tief, dann richtet er sich auf. Er fühlt sich gestärkt und bestätigt. Gastfreundlich und liebevoll: Ja, genau
so hätte Jesus es gewollt.
Und so tun auch die Wünsche, die Johannes ausspricht, ihm gut. Dass es ihm in jeder Hinsicht gut gehen möge, er gesund sein möge an Leib und Seele. Genau das ist gerade nicht selbstverständlich, die Konflikte in der Gemeinde gehen an die Substanz und der Zweifel an sich selbst zermürbt.
Johannes ist ein frommer Mann, das geht aus seinem Brief hervor. Dennoch sind seine Worte nicht das, was man abwertend als „fromme Wünsche“ bezeichnet. Die sind hohl, leer, ja wirklichkeitsfern. Sie gehen vorbei an dem, was ein Mensch eigentlich braucht, weil sie seine Lage
verkennen und ignorieren.
Mehr als fromme Wünsche kann ich dem anderen zukommen lassen, wenn ich um ihn weiß; um das, was ihn glücklich macht ebenso, wie um das, was ihn bedrückt.
Dann kommen meine Worte an, sie stärken, erfreuen, richten auf und trösten.

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht.