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Gottesdienst zum Palmsonntag – 05. April

Gottesdienst am 6. Sonntag der Passionszeit – Palmsonntag  5. April 2020
gestaltet von Alexander Erniša, Pastor in Triest

Invokation
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Wochenvers
„Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Joh 3,14.15)

Heute, am Palmsonntag, denken wir an Jesu Einzug in Jerusalem. Die Menschen jubeln Jesus zu. Sie schauten zu ihm auf, zu ihm, von dem sie Freiheit und Frieden erhofften. Hohe Erwartungen ruhten auf Jesus. Die Juden sahen in ihm den König, der sie von der römischen Besatzung befreien würde, der die politische Situation verändere und die Römer verjagen würde, wenn er sein Königreich aufbaut. Und jetzt zieht er in Jerusalem ein. Die Menschen feiern ihn und spüren, dass etwas passieren wird. Sie fordern Jesus geradezu auf, sich endlich als diesen König zu zeigen, den sie sich erhofften.
Aber was für ein König ist Jesus, für die Menschen damals und auch für uns heute?

Lied180: Ausgang und Eingang

Psalm 69,17-19.30-31.33
Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;
wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

und vergib deine Angesicht nicht vor deinem Knecht,
denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,
erlöse mich um meiner Feinde willen.

Ich bin elend und voller Schmerzen.
Gott, deine Hilfe schütze mich!

Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied
und will ihn hoch ehren mit Danken.

Die Elenden sehen es und freuen sich,
und die Gott suchen, deren Herz wird aufleben.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Sündenbekenntnis
Herr Jesus Christ,
du bist für uns am Kreuze gestorben und wir können deshalb in dir weiterleben.
Wir wissen, dass wir dir niemals genug für deine unendliche Liebe danken können;und statt dich zu loben, beschweren wir uns nur für alles, was uns zu schaffen macht.
Statt dir zuzuhören, bitten wir dich um Erklärungen und möchten das bekommen, was wir wollen.
Wann können wir endlich diese Befürchtung hinter uns lassen, dass wir nicht genug bekommen, wenn wir dir folgen?
Herr, wir bitten dich, uns unsere Sünden zu verzeihen und unsere Herzen mit deiner Liebe zu erfüllen.
– Stille
Wir bringen unsere Verletzungen und Kränkungen vor Gott.
Wir bringen zu ihm auch das, womit wir andere verletzt und ihnen Unrecht getan haben und bitten:
Gott sei mir Sünder gnädig. Der allmächtige Gott erbarme sich unser,
er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

Kyrie eleison – Herr, erbarme dich.
Christe eleison – Christus, erbarme dich.
Kyrie eleison – Herr, erbarm dich über uns.

Gnadenzusage
„Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.“ (Kolosser 1,19-20)

Gebet
DU wartest nicht, Gott, bis wir den Weg zu dir finden.
Du suchst uns auf, die wir in dieser Welt gefangen sind.
Unserer Selbstsucht und Lüge, unserem Haß setzt du dich aus.
Du gibst dich hin, du verschenkst dich.
Du wirbst um uns, damit wir uns versöhnen lassen.
Du läßt dein Leben damit wir leben und aufatmen können.
Befreie uns von allem, was dir widerstrebt.
Mach aus uns neue Menschen nach deinem Sinn. Amen.

Epistellesung: Philipper2, 5-11
Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:
Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Lied 136: Ein Lämmlein gehtV 1-3

Evangelium: Johannes 12,12-19
Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte.
Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen

Predigt
Liebe Schwestern und Brüder in Christus!
Mit dem Palmsonntag bereiten wir uns auf Ostern vor. Die Karwoche beginnt und wir erleben das Leiden Christus. An diesem Sonntag wären viele Kirchen mit Olivenzweigen geschmückt worden. In unserer Kirche in Triest bekommt jeder einen Olivenzweig mit einem Zettelchen, auf dem „Gehe in Frieden“ steht. Sie werden jedes Jahr mit viel Liebe und Sorgfalt von unseren Frauen vorbereitet.
Bevor die Karwoche jedoch beginnt – das heißt, bevor schrittweise die Spannung steigt und bevor wir die Bibelverse hören, die von den Schmerzen, dem Leiden und den Niederlagen erzählt, wenden wir uns der Aufmerksamkeit zu. Genau davon berichtet dieser Bibelvers, den wir zur heutigen Predigt lesen. Wie wurde Jesus behandelt? Im Markusevangelium lesen wir:

„Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.” (Markus 14: 3–9)

Liebe Schwestern und Brüder!
Wenn wir diese Geschichte rasch durchlesen und nicht zu sehr darüber nachdenken, könnten wir schnell mit denen einverstanden sein, die die Handlung der Frau verurteilt haben. Wir könnten uns auf die Seite derer stellen, die sagen:“ Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben“. Das ist eine sehr verständliche Einstellung. Es ist erwünscht und willkommen sich auf die Seite der Schwachen, der Armen, der Bedürftigen zu stellen. Diejenigen, die das unterstützen, werden schnell berühmt, bekommen eine wichtige Position und werden oft moralisch von der Mehrheit der Menschen gefördert. Auf der Seite des Schwächeren zu stehen und Solidarität mit ihnen zu zeigen, ist lobenswert und muss unterstützt werden. Wird dafür nicht letztendlich von der gesamten Gesellschaft applaudiert und gehört nicht auch unsere Kirche dazu?

Die Reaktion von Jesus kann uns überraschen. Warum hat er so reagiert? Wo sind seine ganzen Ermahnungen, dass sich jeder um seinen Nächsten kümmern sollte, abgeblieben? Dem „Kleinsten“ zu helfen?

Aber wir gehen der Reihe nach. Wir können diesen Abschnitt auch von einem anderen Gesichtspunkt aus lesen, oder wir können dieselbe Frage an die stellen, die zuerst die Frage gestellt haben. Die Frau hätte auch die „Indignierten (Empörten)“ fragen können:“Und was macht ihr? Worauf verzichtet ihr? Was gebt ihr ab? Macht den ersten Schritt!“ Diese einfachen Fragen lassen diesen Bibelabschnitt in einem anderen Licht erscheinen. Die Frau hat jedoch nichts dergleichen getan, aber Jesus selber hat auf diese moralischen Vorwürfe geantwortet.

Jesus hat also auf die Vorhaltungen all derer geantwortet, die die Handlung der Frau als unmoralisch bezeichneten, weil man ihrer Meinung nach mit diesem Öl den Armen auf eine andere Weise hätte helfen können. Aber war diese Handlung der Frau wirklich unmoralisch? Oder wollen die, die vehement darauf bestehen, dass man sich um die Armen kümmern muss, sich nur rechtfertigen, weil sie nichts tun? Jesus sagt: „: Lasst sie!“ Er hätte aber auch ohne Skrupel sagen können, dass sie nichts machen sondern nur so tun als ob sie „die Richtigen“ sind und sich um andere sorgen.

Heute gibt es viele Personen, die meinen das Richtige zu tun und sich zu beteiligen. Die, die verurteilen und versuchen Schuldgefühle beim anderen zu erwecken. Und gleichzeitig möchten sie in Frieden mit sich selbst sein. Im Sinne von “ich bin so gut, weil ich mich um die Armen kümmere (…)“. Genau so kann man leicht jede Schuld von sich weisen.

Aber die Reaktion von Jesus bedeutet auch etwas anderes. Etwas Höheres. Mit den Worten:“Sie hat ein gutes Werk an mir getan“ hebt er den Kern der Sache hervor. Jesus möchte uns sagen, dass wir in jeder Handlung auch etwas Gutes finden müssen. Genau das muss man beachten. Das ist es, was uns der Bibelvers heute sagen möchte. Wir dürfen nicht über den Preis des Öles nachdenken oder darüber, was es wert sein könnte, weil es so selten ist. Oder wie schwierig es ist, es zu produzieren oder zu erhalten. Das alles steht an zweiter Stelle. Wir müssen die Handlung selber sehen und analysieren. Was wollte die Frau mit ihrer Handlung zeigen? Jesus sagt:“Sie hat ein gutes Werk an mir getan“ (…). . Sie hat getan, was sie konnte;“. Sie wollte ein gutes Werk tun, etwas Schönes. Nur für Jesus. Das Wichtige ist, dass sie es getan hat. Jesus konnte diese Handlung mit seinem Körper spüren. Jesus hat deshalb die Frau verteidigen wollen, weil sie ihm geholfen hat, weil sie ihm ihre ganze Aufmerksamkeit geschenkt hat. Jesus hat sie vor den Moralisten verteidigen wollen.

Es ist sicher wahr, dass diese Handlung zum rechten Moment gemacht wurde. Jesus wusste, dass ihn ein großes Leid erwarten wird, weil er sich auf den Kreuzweg machte, wo ihn das Kreuz und der Tod erwarteten. Er wusste, dass die Erfüllung wahr werden würde. Aber vor alledem bekam er noch etwas Aufmerksamkeit und das hat ihm gefallen. Er brauchte es. Die Frau, von der wir auch den Namen nicht kennen, hat nicht rational gehandelt sondern mit ihrem Herzen. Sie fühlte, dass Jesus ihre Hilfe brauchte und so hat sie entschieden, sie ihm zukommen zu lassen, so gut sie konnte Sie hat entschieden Jesus etwas Gutes zu tun. Und Jesus hat entschieden es anzunehmen. Er hat es als Abschied gesehen, bevor er sich auf den Weg zu seiner letzten Reise machte, und dafür war er sehr dankbar. Dieser Schritt zeigt auch die Dankbarkeit von Jesus. Dankbarkeit für eine „Kleinigkeit“. Dankbarkeit für die Aufmerksamkeit, die er erhalten hat.

In all diesen Handlungen muss sich eine Art Beziehung aufbauen. Ein Geben und Nehmen. So kann eine Beziehung entstehen. Die Frau in Betanien und Jesus haben so eine Beziehung aufgebaut, die aus Dankbarkeit, Freundschaft, Sorgen, Wärme und Nähe besteht.

Dieser Bibelvers, liebe Schwestern und Brüder in Christus, drückt besonders an diesem Palmsonntag viel mehr aus, als wir auf den ersten Blick lesen können. Uns wird nahegelegt uns nicht als Moralapostel aufzuspielen, nicht zu urteilen und uns nicht hinter Ausreden zu verstecken. Uns wird gesagt, dass die Taten zählen. Uns wird auch mitgeteilt, dass wir uns über jede kleine Aufmerksamkeit, die wir von jemanden erhalten, freuen müssen. Uns wird gesagt, dass wir für die Gnade Gottes, die jeder von uns auf seine eigene Art sieht, dankbar sein müssen. Wir werden aufgefordert „zur Tat zu schreiten”!

Wer die Gnade Gottes erfahren möchte, muss sich auf seine Taten konzentrieren. Im Hier und Jetzt. Auch jetzt, während der Quarantänezeit. Lasst uns offen und großherzig für die Handlungen der anderen sein. Außerdem sollten wir selber aktiv sein und den anderen auch mit kleinen Taten zur Seite stehen. Umarmen wir die, die uns nahe sind. Rufen wir die an, bei denen wir uns nie mehr melden wollten. Schreiben wir ein paar gute Worte für die, die unsere Aufmerksamkeit gerade jetzt brauchen, weil sie alleine oder krank sind. Genau so wie die Frau in Betanien es gemacht hat, indem sie nicht mit ihren Handlungen gewartet hat, so dürfen auch wir nicht warten sondern müssen handeln. Seien wir konkret und öffnen unsere Herzen für alle, die uns umgeben und alles, was es gibt. AMEN

Lied137: Korn, das in die Erde V 1-3

Fürbittengebet
Herr im Himmel, Gott des Trostes und der Liebe. An diesem Palmsonntag kommen treten wir vor Dich und beten um Deinen Schutz:

  • Für alle, die in den Krankenhäusern arbeiten und sich um die der Kranken kümmern damit sie gesund werden können;
  • Für alle, die in den Geschäften arbeiten und dafür sorgen, dass wir unser täglich Brot erhalten dürfen;
  • Für alle, die dafür sorgen, dass unser Abfall entsorgt wird und wir nicht darin „ersticken“ müssen;
  • Für alle, die für unsere Sicherheit sorgen;
  • Für alle ehrenamtlichen Mitarbeiter, die überall dort helfen, wo es nötig ist;
  • Für alle Familienangehörigen und Freunde, die wir wegen der Einschränkungen nicht sehen oder besuchen dürfen.

Dein Sohn hat uns gezeigt, wie nah er uns während des Letzten Abendmahles ist.
Mit dem Wissen, dass er uns nah ist, denken wir an alle die, die alleine sein müssen, die traurig sind und in diesen Tagen Angst um ihr Leben und das Leben ihrer Lieben haben. Wir bitten Dich, tröste ihre Herzen und gib ihnen neue Hoffnung und bestärke ihren Glauben. Mach, dass dein Wort sie aufrichtet.
Wir vereinen uns mit diesem Gebet auch mit den Schwestern und Brüdern in Europa und auf der Welt. Zusammen beten wir für alle, die von dem Virus betroffen wurden. Wir beten, dass sie Trost in Deiner großzügigen Liebe finden!
Lieber Gott, bitte gib uns die Kraft um diese Hürde zu überwinden. Wir können sie vereint in Solidarität und in Liebe überwinden. Hilf uns dabei durch deinen Sohn und unseren Retter Jesus Christus. AMEN

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied 182: Herr, wir bitten V 1-3

Segen
Der Herr segne uns und behüte uns;
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig;
Der Herr erhebe sein Angesicht aufuns
und gebe uns Frieden. Amen.

Parola per la domenica delle Palme – Wort zum Palmsonntag

Parola del giorno – 05.04.2020

Benedite Dio nelle assemblee. (Salmo 68,26)

Il giorno seguente, la gran folla che era venuta alla festa, udito che Gesù veniva a Gerusalemme, prese dei rami di palme, uscì a incontrarlo, e gridava: Osanna! Benedetto colui che viene nel nome del Signore, il re d’Israele! (Giovanni 12,12-13)

Non è difficile immaginarsi com’era in Gerusalemme. Una folla si era messo in viaggio per salutare Gesù nella città. Un sussurrio di attesa sta nell’aria. Ci sono alcuni che lo hanno già incontrato. Sicuramente ci sono alcuni che lo vogliono solo vedere una volta. Forse sperano in qualcosa per la loro vita, una parola che si mette come balsamo sull’anima, forse un piccolo trucco magico o anche uno più grande. Da qualche parte sta Lazzaro, che era già morto. Chi può risuscitare Lazzaro dai morti lo può fare anche con mia figlia, mio padre, mia moglie…
E Lazzaro non era l’unico. C’era anche il figlio del funzionario del re. E c’erano anche quelle nozze a Cana, alla sera arrivata ad un punto morto, finito il vino, la festa alla fine – e poi arrivava vino nelle brocche d’acqua e nuova vita per la festa.
I morti risuscitano, acqua diventa vino – niente è più com’era. E dappertutto nel popolo cresce la speranza in tempi migliori, cresce da un piccolo granello di senape, rompe l’asfalto e le strade polverose, il deserto fiorisce, quel che sembrava secco e morto si risveglia per una nuova vita. E tutti si mettono in camino per la grande festa della liberazione.

Un sussurrio di attesa sta nell’aria, come prima di un temporale, si sa che i potenti della città fanno i loro piani per liberarsene di questo Gesù – chi ha occhi e orecchie aperte in questi giorni in Gerusalemme lo sa: si va verso una decisione. O loro o lui. E la folla ha già scelto da quale parte stare, ha già deciso:
Prendono rami di palme, nel Israele antica quasi come le bandiere nazionali, vanno incontro a lui, come si va incontro a un’alto funzionario, e gridano “Osanna”, come si grida quando viene un re, il loro re dal quale sperano che lui li liberasse dai militari romani e dalla elite religiosa, che lui si prendesse il suo posto nel palazzo, come in cielo, così in terra.
Un uomo forte, che regna con pugno forte. E la folla esulta e agita i rami di palme, e finalmente qualcuno di davanti grida: Sta arrivando!
E gli uomini e le donne si immaginano come lui sarà, se viene su un cavallo o in un’armatura splendente.

Gesù trovava un asinello e vi montò sopra.

Possibile che a questo punto i primi già abbassano i rami di palme, guardano costernati a terra, confusi e vergognati da questa vista cosi strana, da questo uomo cosi strano, che viene cosi insopportabilmente lento e altrettanto insopportabilmente poco appariscente. Possibile anche che l’umore già qui comincia a cambiare. Neanche una settimana dopo si radunerà di nuovo una folla a Gerusalemme, per gridare: Crocifiggilo, e i rami di palme diventano fruste.
La folla esultante lo aveva visto – ma non hanno visto lui. Gridano il loro “Osanna!” e intendono un eroe, che manda via i romani, che porta benessere sotto forma di pane e gioco, che si occupa di portare ordine e la legge, e si cura che le donne giudee non vengono molestate dai stranieri in strada.
E lui, che ha fatto miracoli, che appariva insieme forte e mansueto, colui di cui si dice che avesse risuscitato anche i morti: Lui deve essere l’uomo giusto per portare il cielo sulla terra. O almeno per fa riemergere il vecchio – anche se solo leggendario – grande regno di Davide. Se lui era quello che doveva essere, allora doveva fare quello che si aspettava di lui.
Rimanevano delusi amaramente e lui doveva pagare per quello.

Non solo a partire dalla domenica delle palme, e dal venerdì santo, una folla eccitata ha qualcosa di minaccioso.

Con nessuna sillaba contraddice la massa che esulta, non la fa mai quando parlano di lui come re. Ma allo stesso tempo mette bene in chiaro: Io sono un re diverso da quello che lui vi immaginate. Io non mi lascio trascinare da voi cosi facilmente da una parte. E pure i suoi discepoli hanno difficoltà a capire, solo dopo, dopo Pasqua, ripensano a quello che è successo, anche l’entrata a Gerusalemme e capiscono.

Oggi comincia la settimana prima di pasqua, la settimana quiete, cosi si dice in Svezia.
E forse non è cosi sbagliato: abbassare i rami di palme, e abbassare le nostre aspettative su Gesù, su Dio – non per aspettare di meno, ma metterle volontariamente da parte e vedere, cosa succede.
Perché questo era già d’allora il problema degli uomini: che conoscevano Dio fin troppo bene, che credevano di conoscerlo cosi bene.
E in verità non aver visto lui, ma una loro immagine di lui.
Questo lo doveva fare, così doveva essere, cosi dovrebbe reagire…e cosi via.
E se poi tutto è completamente diverso – delusione. Si, l’illusione viene tolta e cosi si rivela la realtà.
Questo succedeva nella notte di Natale, anche là completamente diverso di come era d’aspettarsi.
E succedeva nella notte più buia del Creato, nella notte nel silenzio della tomba di Gesù. E proprio qui, nella de-lusione, cresceva la prima mattina del nuovo Creato.
Piccolo come un granello di senape, affondato nel profondo della terra, la nostra terra cosi maltrattata e sfruttata.
Perché risuscitasse in una nuova vita, diverso da come era prima, diverso da come se lo aspettava, diverso da tutto quello che noi pensiamo di conoscere.

Chi vuole salvare la propria vita la perderà.
Gesù viene, questa è l’unica cosa di cui sono veramente sicura.
Lui viene alla fine dei giorni, per portare a casa tutto quello che era perduto. Ma viene anche adesso, dove due o tre sono riuniti nel suo nome.
Viene diverso da come lo aspettiamo. Diverso da come lo vorrei, fa cose che noi non possiamo neanche immaginare.
Grazie a Dio.
Forse è questo lo scopo di questa settimana. Mettere da parte il ramo di palma e diventare silenziosi con le mani vuote e vedere cosa succede.
Da qualche parte sta Lazzaro. Da qualche parte sulla terra tracce e segni nella sabbia. Da qualche parte vecchie brocche di acqua che all’improvviso sono piene di vino.

Il mio regno non è di questo mondo, dice Gesù. Grazie a Dio.

 

Wort zum Tag – 05.04.2020

Lobet Gott in den Versammlungen. (Psalm 68,27)

Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! (Johannes 12,12-13)

Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie es war in Jerusalem. Eine Menschenmenge hat sich auf den Weg gemacht, um Jesus in der Stadt zu begrüßen. Ein aufgeregtes Summen liegt in der Luft. Da sind einige, die ihm schon begegnet sind. Da werden einige sein, die nur mal gucken wollen. Vielleicht erhoffen sich andere etwas für ihr ganz eigenes Leben, ein Wort, das sich wie Balsam über die Seele legt, vielleicht ein kleines Zauberkunststück oder auch ein größeres. Irgendwo am Rand steht Lazarus, der schon gestorben war. Wer Lazarus vom Tod aufwecken konnte, der schafft das vielleicht auch bei meiner Tochter, meinem Vater, meiner Frau…
Und Lazarus war nicht der Einzige. Da war noch der Sohn des königlichen Beamten. Da war auch dieses Hochzeitsfest in Kana, gegen Abend am toten Punkt angekommen, der Wein alle, die Stimmung am Boden – und dann kam Wein in die Wasserkrüge und Leben in die Bude.
Tote werden lebendig, Wasser wird zu Wein – die Dinge sind nicht mehr, wie sie waren. Und überall im Volk wächst die Hoffnung auf bessere Zeiten, wächst aus einem kleinen Senfkorn, durchbricht den Asphalt und die staubigen Straßen, die Wüste blüht, was längst verdorrt und tot schien, erwacht zu neuem Leben. Und alles macht sich auf zum großen Fest der Befreiung.

Ein aufgeregtes Summen liegt in der Luft, wie vor einem Gewitter, man weiß, dass die Mächtigen der Stadt Pläne schmieden, um diesen Jesus los zu werden – wer die Augen und Ohren offen hat in Jerusalem in diesen Tagen, der weiß: Es läuft auf eine Entscheidung hinaus. Sie oder er. Und die Menge hat die Seite gewählt, hat die Entscheidung schon getroffen:
Sie nehmen sich Palmzweige, im antiken Israel fast so etwas wie Nationalfahnen, sie gehen ihm entgegen, wie man einem hohen Würdenträger entgegengeht, und sie rufen „Hosianna“, wie man es einem König entgegen ruft, ihrem König, von dem sie hoffen, dass er sie befreit von römischem Militär und religiösen Eliten, dass er seinen Platz einnimmt in seinem Palast, wie im Himmel, so auf Erden.
Ein starker Mann, der mit starker Hand regiert. Und die Menge jubelt und wedelt mit ihren Palmzweigen, und endlich ruft man von ganz vorn: Er kommt! Und die Menschen stellen sich vor, wie er wohl aussehen wird, ob er auf einem Pferd kommt oder sogar in einem großen Streitwagen in strahlender Rüstung.

Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf. 

Möglich, dass hier schon die ersten ihre Palmenzweige sinken lassen, betroffen zu Boden gucken, verstört und peinlich berührt von dem seltsamen Anblick, von diesem seltsamen Menschen, der unerträglich langsam und so bestürzend unauffällig angeritten kommt. Möglich auch, dass hier die Stimmung schon zu kippen beginnt. Keine Woche später wird sich in Jerusalem wieder eine Menge zusammenrotten, wird gröhlen und schreien: Kreuzige ihn, und die Palmzweige werden zu Ruten und Peitschen.
Die jubelnden Menschenmassen haben ihn gesehen – und doch nicht ihn gesehen. Sie rufen ihr „Hosianna!“ und meinen einen Helden, der die Römer vertreibt, der Wohlstand in Form von Brot und Spielen bringt, der für „Recht und Ordnung“ sorgt und dafür, dass jüdische Frauen nicht auf der Straße von irgendwelchen Ausländern angemacht werden.
Und der, der Wunder getan hat, der stark und sanft zugleich erschien, der, von dem man sagt er habe sogar Tote auferweckt: Der muss der richtige Mann sein, um den Himmel auf die Erde zu bringen. Oder zumindest das alte – freilich nur legendarische – Grossreich Davids wieder aufzurichten. Wenn er der war, der er sein musste, musste er tun, was man von ihm erwartete.
Sie wurden bitter enttäuscht und er bezahlte dafür.

Nicht erst seit Palmsonntag, und Karfreitag, haben aufgebrachte Volksmassen etwas Bedrohliches.

Mit keiner Silbe widerspricht Jesus dem jubelnden Volk, das tut er nie, wenn sie von ihm als König reden. Aber er macht gleichzeitig klar: Ich bin ein anderer König als der, den Ihr Euch vorstellt. Ich lasse mich nicht einfach so von Euch auf eine Seite ziehen. Und selbst seine Jünger haben Schwierigkeiten, das zu verstehen, erst im Nachhinein, nach Ostern, lassen sie das Geschehene, und auch den Einzug nach Jerusalem, Revue passieren und verstehen.

Ab heute geht es in die Karwoche, die „stille“ Woche sagt man auf Schwedisch. Und vielleicht ist da was dran: Die Palmwedel sinken lassen, und unsere Erwartungen an Jesus, an Gott, sinken lassen – nicht runterschrauben, sondern ganz bewusst beiseitelegen und sehen, was passiert.
Denn das war schon damals das Problem der Menschen: dass sie Gott zu gut kannten, meinten, ihn so gut zu kennen.
Und in Wahrheit nicht ihn gesehen haben, sondern ihr Bild von ihm.
Das sollte er tun, so sollte er sein, so würde er reagieren…und so weiter.
Und wenn es dann doch ganz anders kommt – Enttäuschung. Ja, die Täuschung wird weggenommen und so offenbart sich die Wirklichkeit. Das geschah in der Nacht zu Weihnachten, auch da ganz anders als zu erwarten gewesen wäre. Und es geschah in der schwärzesten Nacht der Schöpfung, der Nacht der Grabesruhe Jesu. Und genau hier, in der Ent-täuschung, entstand der erste Morgen der neuen Schöpfung.
Klein wie ein Senfkorn, tief hinab gesenkt in die Erde, unsere gemarterte und ausgebeutete Erde.
Damit es aufersteht zu neuem Leben, anders als zuvor, anders als erwartet, anders als alles, was wir zu kennen meinen.

Wer sein Leben gewinnen will, der wird es verlieren.
Jesus kommt, das ist so ziemlich das einzige, dessen ich mir wirklich sicher bin.
Er kommt am Ende aller Tage, um das Verlorene heimzuholen. Aber er kommt auch jetzt schon dorthin, wo zwei oder drei in seinem Namen beisammen sind.
Er kommt anders, als man denkt. Anders, als ich es mir wünsche, er tut Dinge, die wir uns nicht hätten vorstellen können.
Gott sei Dank.
Vielleicht ist das dran in dieser Karwoche. Den Palmwedel niederlegen und mit leeren Händen still werden und gucken, was kommt.
Irgendwo steht Lazarus. Irgendwo auf dem Boden Spuren und Schriftzeichen im Sand. Irgendwo alte Wasserkrüge, die plötzlich voller Wein sind.

Mein Reich ist nicht von dieser Welt, sagt Jesus. Gott sei Dank.

 

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sospensione attività comunitaria...
Apr 1@11:42–Apr 18@12:42
A causa della situazione di emergenza, nella quale ancora ci troviamo, sono stati sospesi tutte le attività d’incontro, incluso i culti e i concerti – ci dispiace molto. A rivedervi presto per gioire insieme!

Culto domenica delle Palme – 05 aprile

Culto–6 ª Domenica della Quaresima – Domenica delle Palme   5 aprile 2020
preparato da Alexander Erniša, pastore della comunità di Trieste

Invocazione
Nel nome del Padre, del Figlio e dello Spirito Santo. Amen.
Il nostro aiuto è nel nome del Signore, che ha fatto il cielo e la terra.

Versetto della settimana
Così bisogna che il Figlio dell’uomo sia innalzato, affinché chiunque crede in lui abbia vita eterna. (Giov. 3, 14b.15)

Saluto
Oggi, domenica delle Palme, pensiamo all’ingresso di Gesù a Gerusalemme.  La folla lo acclama. Guardavano a lui, a lui da cui si aspettavano pace e libertà. Su di lui gravavano grandi aspettative. Gli ebrei vedevano in lui il re che li avrebbe liberati dall’occupazione romana, che avrebbe cambiato la situazione politica e avrebbe cacciato i romani. Costruendo il suo regno. E adesso entra a Gerusalemme. La folla lo acclama e sente che qualcosa sta per succedere. Pretendono da lui di mostrarsi infine come quel re in cui sperano.  Ma che re è Gesù, per la gente allora e anche per noi oggi?

Inno 180: Fine e principio2x

Salmo 69,16-18.29-30.32
Rispondimi, SIGNORE, perché la tua grazia è benefica;
vòlgiti a me nella tua grande misericordia.

Non nascondere il tuo volto al tuo servo,
perché sono in pericolo; affrèttati a rispondermi.

Avvicìnati all’anima mia, e riscattala;
liberami a causa dei miei nemici.

Io sono misero e afflitto;
il tuo soccorso, o Dio, mi porti in salvo.

Celebrerò il nome di Dio con un canto,
lo esalterò con le mie lodi,

Gli umili lo vedranno e gioiranno;
o voi che cercate Dio, fatevi animo,

Gloria al Padre e al Figlio e allo Spirito Santo.
Come era nel principio, e ora e sempre
nei secoli dei secoli. Amen.

Preghiera di confessione del peccato
Signore Gesù Cristo,
tu sei morto per noi sulla croce e perciò noi possiamo vivere in te.
Ci rendiamo contoche noi non ti ringraziamo abbastanza per questo tuo amore;
invece di lodarti ci lamentiamo per quello che ci pesa.
Invece di ascoltartiti chiediamo spiegazioni e che cosa serve a noi.
Quando potremo lasciarci dietro le spalle quel timore di non ricevere mai abbastanza quando ti seguiamo?
Signore, ti chiediamo di perdonare i nostri peccati e di mettere la forza del tuo amore nei nostri cuori.
– Silenzio
Portiamo le nostre ferite e offese davanti a Dio.
Portiamo a lui anche ciò con cui abbiamo ferito gli altri e abbiamo fatto un torto e preghiamo:
Dio abbi pietà di me peccatore.
Dio onnipotente ha avuto misericordia con noi e perdona i nostri peccati tramite suo figlio Gesù Cristo. Amen.

Kyrie eleison – Signore, pietà.
Christe eleison – Cristo, di noi pietà.
Kyrie eleison – Signore, pietà di noi.

Remissione
“Poiché al Padre piacque di far abitare in lui tutta la pienezza 20 e di riconciliare con sé tutte le cose per mezzo di lui, avendo fatto la pace mediante il sangue della sua croce; per mezzo di lui, dico, tanto le cose che sono sulla terra, quanto quelle che sono nei cieli.” (Colossesi 1,19-21)

Preghiera
Tu non aspetti, Dio, finché abbiamo trovato il cammino per arrivare da te.
Tu ci cerchi, noi che siamo prigionieri in questo mondo.
Ti esponi al nostro egoismo e menzogna, al nostro odio.
Ti dai, ti regali.
Cerchi di conquistarci in modo che ci lasciamo riconciliare.
Lasci la tua vita affinché noi possiamo vivere e tirare un sospiro di sollievo.
Liberaci da tutto ciò che ti ripugna.
Fa’ di noi uomini nuovi secondo il tuo gradimento. Amen. 

Lettura dell’epistola: Filippesi 2, 5-11
La vostra mansuetudine sia nota a tutti gli uomini. Il Signore è vicino. Non angustiatevi di nulla, ma in ogni cosa fate conoscere le vostre richieste a Dio in preghiere e suppliche, accompagnate da ringraziamenti. E la pace di Dio, che supera ogni intelligenza, custodirà i vostri cuori e i vostri pensieri in Cristo Gesù.
Quindi, fratelli, tutte le cose vere, tutte le cose onorevoli, tutte le cose giuste, tutte le cose pure, tutte le cose amabili, tutte le cose di buona fama, quelle in cui è qualche virtù e qualche lode, siano oggetto dei vostri pensieri. Le cose che avete imparate, ricevute, udite da me e viste in me, fatele; e il Dio della pace sarà con voi.
Ho avuto una grande gioia nel Signore, perché finalmente avete rinnovato le vostre cure per me; ci pensavate sì, ma vi mancava l’opportunità. Non lo dico perché mi trovi nel bisogno, poiché io ho imparato ad accontentarmi dello stato in cui mi trovo.

Inno 136: L’Agnello V 1-3

Vangelo: Giovanni 12,12-19
Il giorno seguente, la gran folla che era venuta alla festa, udito che Gesù veniva a Gerusalemme, prese dei rami di palme, uscì a incontrarlo, e gridava: «Osanna! Benedetto colui che viene nel nome del Signore, il re d’Israele!» Gesù, trovato un asinello, vi montò sopra, come sta scritto:
«Non temere, figlia di Sion!
Ecco, il tuo re viene,montato sopra un puledro d’asina!»
I suoi discepoli non compresero subito queste cose; ma quando Gesù fu glorificato, allora si ricordarono che queste cose erano state scritte di lui, e che essi gliele avevano fatte.
La folla dunque, che era con lui quando aveva chiamato Lazzaro fuori dal sepolcro e l’aveva risuscitato dai morti, ne rendeva testimonianza. Per questo la folla gli andò incontro, perché avevano udito che egli aveva fatto quel segno miracoloso. Perciò i farisei dicevano tra di loro: «Vedete che non guadagnate nulla? Ecco, il mondo gli corre dietro!»

Credo Apostolico
Io credo in Dio, Padre onnipotente,
Creatore del cielo e della terra.
E in Gesù Cristo,
suo Figlio unigenito, nostro Signore,
il quale fu concepito di Spirito Santo,
nacque da Maria vergine,
patì sotto Ponzio Pilato,
fu crocefisso, morì e fu sepolto; discese agli inferi,
il terzo giorno resuscitò dai morti,
salì al cielo, siede alla destra di Dio,
Padre onnipotente.
Di là verrà a giudicare i vivi e i morti.
Io credo nello Spirito Santo,
la santa Chiesa cristiana, la comunione dei santi,
la remissione dei peccati, la risurrezione dei morti
e la vita eterna. Amen.

Predica
Care sorelle e cari fratelli in Cristo!

Con la Domenica delle Palme iniziano gli ultimi preparativi per la celebrazione della Pasqua. Entriamo nella Settimana Santa e con essa nel vivo della storia delle sofferenze di Cristo. Questa domenica molte chiese sicuramente sarebbero state decorate con rami di palma o di olivo. Nella nostra chiesa di Trieste ognuno di noi avrebbe ricevuto un ramo d’olivo con un foglietto con su la scritta “Va’ in pace!” che ogni anno con grande attenzione e con grande amore preparano le nostre mogli.

Prima che inizi la Settimana Santa però – cioè prima che aumenti gradualmente la tensione e prima di ascoltare i passi biblici che raccontano il dolore, le sofferenze e le sconfitte – riceviamo attenzione. Anche Gesù ha ricevuto attenzione. Di questo ci testimonia il passo biblico che leggeremo in occasione dell’odierna predica. E come è stato trattato Gesù? Nel Vangelo di Marco possiamo leggere:

Gesù era a Betania, in casa di Simone il lebbroso; mentre egli era a tavola entrò una donna che aveva un vaso di alabastro pieno d’olio profumato, di nardo puro, di gran valore; rotto l’alabastro, gli versò l’olio sul capo. Alcuni, indignatisi, dicevano tra di loro: ”Perché si è fatto questo spreco d’olio? Si poteva vendere quest’olio per più di trecento denari, e darli ai poveri”. Ed erano irritati contro di lei. Ma Gesù disse: ”Lasciatela stare! Perché le date noia? Ha fatto un’azione buona verso di me. Poiché i poveri li avete sempre con voi; quando volete, potete far loro del bene; ma me non mi avete per sempre. Lei ha fatto ciò che poteva; ha anticipato l’unzione del mio corpo per la sepoltura. In verità vi dico che in tutto il mondo, dovunque sarà predicato il vangelo, anche quello che costei ha fatto sarà raccontato, in memoria di lei”. (Marco 14: 3–9)

Care sorelle e cari fratelli.
Se leggiamo questa storia in fretta e se non ci pensiamo troppo su, possiamo trovarci ben presto e facilmente dalla parte di coloro che hanno condannato l’atto di questa donna. Possiamo presto metterci dalla parte di chi dice “Perché si è fatto questo spreco d’olio? Si poteva vendere quest’olio per più di trecento denari, e darli ai poveri”. Il che da un certo punto di vista è anche comprensibile. Mettersi dalla parte dei più deboli, dei più poveri, di quelli che hanno bisogno d’aiuto è qualcosa di gradito e desiderato. Coloro che poi sostengono questi ideali, acquistano facilmente popolarità, crescono d’importanza e vengono spesso moralmente appoggiati nelle loro cause dalla maggioranza delle persone. Essere dalla parte dei più deboli e mostrare la propria solidarietà verso i poveri è un atto lodevole che deve essere incoraggiato per sé. Infine, non viene un tale atteggiamento applaudito dall’intera società e non sosteniamo tali virtù anche noi nella Chiesa?

La reazione di Gesù ci può sorprendere. Perché ha reagito così? Cosa è successo alle sue raccomandazioni di prendersi cura gli uni degli altri? Di aiutare “il più piccolo”?

Ma procediamo con ordine. Possiamo leggere questo passo anche da un’altra angolazione, ovvero potremmo fare la stessa domanda a coloro che hanno per primi posto questa domanda. La donna avrebbe potuto chiedere agli “indignati”: “E che cosa farete voi? A quali cose rinuncerete voi? Cosa del vostro darete voi? Siate voi a fare il primo passo!”. Queste semplici domande fanno apparire il passo biblico sotto una luce del tutto diversa. Ma la donna non ha fatto nulla di questo, bensì è stato Gesù colui che ha risposto a questi rimproveri morali.

Gesù ha risposto quindi ai rimproveri di tutti coloro che giudicano l’atto della donna come immorale, perché secondo loro con questo olio si avrebbe potuto aiutare i poveri in modi diversi. Ma l’atto della donna è stato veramente immorale? O forse quelli che dichiarano veemente che bisogna occuparsi dei poveri vogliono soltanto giustificare la propria inattività? Gesù dice: “Lasciatela stare!”. Ma avrebbe potuto senza nessun senso di colpa dire anche che non stanno facendo altro che fingere di essere “dei giusti” e pieni di premura.

Oggi sono in molti quelli che pensano di essere nel giusto e di essere partecipi. Quelli che moralizzano e cercano ingiustamente di provocare un senso di colpa. E allo stesso tempo cercano di mettersi in pace la propria coscienza. Nel senso “come sono buono, perché penso ai poveri (…)”. Insomma, discolparsi dalla propria mancanza d’attività.

Ma la reazione di Gesù significa anche un’altra cosa. Qualcosa di più. Con le parole “Ha fatto un’azione buona verso di me” è arrivato al nocciolo della questione. Gesù ci comunica che dobbiamo cercare le buone intenzioni in ogni azione. Questo è ciò che bisogna apprezzare. Questo è ciò che ci comunica il passo biblico di oggi. Non dobbiamo soffermarci sul prezzo dell’olio o sulla rarità di esso. Su quanto sia difficile da produrre e quanto difficile sia da ottenere. Tutto questo è di secondo ordine. Dobbiamo piuttosto analizzare e soffermarci sull’atto stesso. Che cosa ha voluto fare la donna con questo suo atto? Gesù dice: “Ha fatto un’azione buona verso di me (…) Lei ha fatto ciò che poteva.” Ha voluto fare qualcosa di buono, qualcosa di bello. Quindi qualcosa soltanto per Gesù. L’essenziale di tutto ciò è che lei lo abbia fatto. Gesù ha potuto sentire questa sua azione con il suo stesso corpo. Gesù ha dovuto per questo difendere la donna, perché lei l’ha aiutato, perché lei gli ha dimostrato la sua attenzione. Gesù ha dovuto difenderla dai moralisti.

È certamente anche vero che questo atto sia stato fatto al momento giusto. Gesù sapeva che lo aspettava una grande sofferenza, perché andava contro il Calvario, la croce e la morte. Sapeva che il compimento stava per realizzarsi. Ma prima di tutto questo ha ricevuto un po’ d’attenzione e questo gli è piaciuto. E ne aveva anche bisogno. La donna, di cui non conosciamo il nome, non ha agito razionalmente, ma ha seguito i suoi sentimenti. Sentiva che Gesù aveva bisogno del suo aiuto, e così ha deciso di agire come meglio poteva. Ha deciso di fare qualcosa che potesse far sentire bene Gesù. E Gesù ha accettato questo suo atto di bontà. Lo ha percepito come un gesto d’addio prima di compiere il suo ultimo viaggio, e perciò ne era molto grato. Questo passo esprime anche la gratitudine di Gesù. Gratitudine per un’azione “piccola”. Gratitudine per l’attenzione ricevuta.

In tutti le azioni di questo tipo c’è e ci deve essere una sorta d’interazione. Un’interazione tra colui che dà qualcosa e colui che riceve. Questo crea una relazione. La donna di Betania e Gesù hanno creato così un’interazione che esprime gratitudine, amicizia, preoccupazione, calore e vicinanza.

Il brano biblico, care sorelle e cari fratelli in Cristo, comunica soprattutto in questa Domenica delle Palme molto di più di quanto possiamo leggere a prima vista. Ci dice di non moralizzare, di non condannare e di non cercare delle scuse. Ci dice che contano le azioni. Ci informa che dobbiamo rallegrarci di ogni attenzione che qualcuno ci dà. Ci dice di rallegrarci e di essere grati per la grazia di Dio che ognuno di noi vive a modo suo. Ci incoraggia quindi ad “agire”.

Chiunque voglia conoscere la grazia di Dio, deve concentrarsi sulle sue azioni. Qui e ora. Sì, anche in questi tempi di quarantena. Siamo aperti e sensibili alle azioni degli altri. Inoltre, siamo attivi e aiutiamo gli altri con piccole azioni. Abbracciamo coloro che ci stanno accanto. Chiamiamo coloro che abbiamo giurato di non chiamare mai più. Scriviamo qualcosa d’incoraggiante a coloro che hanno bisogno della nostra attenzione, che sono soli o che sono malati. Proprio come la donna di Betania non ha aspettato di agire, così anche noi non dovremmo tardare a farlo. Siamo concreti e abbiamo il cuore aperto per tutto quello che c’è e per tutto quello che ci circonda. Amen.

Inno137: Seme nella terra V 1-3

Preghiera d’intercessione
Dio della consolazione e dell’amore. In questa Domenica delle Palme veniamo davanti a Te e Ti preghiamo per la Tua protezione:

  • di tutti coloro che lavorano negli ospedali e di tutti coloro che si occupano della salute dei malati;
  • di tutti coloro che lavorano nei negozi e di tutti coloro che fanno sì che abbiamo a disposizione il nostro pane quotidiano;
  • di tutti coloro che fanno sì che non anneghiamo nei rifiuti urbani;
  • di tutti coloro che si occupano della nostra sicurezza;
  • di tutte le volontarie e di tutti i volontari che con grande dedizione in vari modi aiutano coloro che ne hanno bisogno;
  • di tutti i membri della famiglia e di tutti gli amici che per via delle restrizioni attuali noi possiamo vedere o essere in loro compagnia.

Tuo Figlio ci ha mostrato quanto ci è vicino durante l’Ultima Cena.
Con l’aiuto della Sua fedele prossimità, pensiamo a tutti coloro che sono soli, che sono tristi e che in questi giorni vivono nella paura per le proprie vite e per le vite dei propri cari. Ti preghiamo, rasserena i loro cuori e dai loro nuova speranza e fede forte. Fa sì che la Tua parola possa confortarli.
Alla nostra preghiera si uniscono anche le sorelle ed i fratelli in Cristo sia in Europa che nel mondo. Insieme preghiamo per tutti coloro che sono stati colpiti dal virus. Preghiamo che possano trovare la consolazione nel Tuo amore generoso.
Buon Dio, per favore, dacci la forza per superare questa prova. Perché possiamo superarla uniti nella solidarietà e nell’amore. Fa sì che in questo ci aiuti Tuo Figlio ed il nostro Salvatore Gesù Cristo.

Padre nostro che sei nei cieli,
sia santificato il tuo nome, venga il tuo regno,
sia fatta la tua volontà come in cielo anche in terra.
Dacci oggi il nostro pane quotidiano
e rimetti a noi i nostri debiti
come anche noi li rimettiamo ai nostri debitori
e non indurci in tentazione, ma liberaci dal Male.
Tuo è il regno, la potenza e la gloria nei secoli dei secoli.
Amen.

Inno 182: Vieni, benedicici, Signor V 1-3

Benedizione
Il Signore ci benedica e ti protegga.
Il Signore faccia risplendere il suo volto su di noi e ci sia propizio.
Il Signore rivolga verso di noi il suo volto e ci dia la pace.
Amen.

“Insieme contro il Covid-19”

La Chiesa Evangelica Luterana in Italia
ha lanciato la campagna di raccolta fondi

Insieme contro il Covid-19

“Tu, non temere, perché io sono con te; non ti smarrire, perché io sono il tuo Dio; io ti fortifico, io ti soccorro, io ti sostengo con la destra della mia giustizia” (Isaia 41:10)

Roma, 20 marzo 2020 – La Chiesa Evangelica Luterana in Italia, con profondo sentimento solidale e diaconale, ha lanciato la campagna di raccolta fondi “Insieme contro il Covid-19”, a sostegno dell’Ospedale Evangelico Betania di Napoli,e dell’Ospedale Evangelico Internazionale di Genova, ai quali si sente particolarmente vicina in quanto sostenuti anche dalle nostre comunità di Napoli e di Genova. Su richiesta della Comunità Evangelica Luterana di Venezia estendiamo il nostro appello anche a favore dell’Ospedale Giovanni XXIII di Bergamo, particolarmente sotto pressione.

Come Chiesa Evangelica Luterana in Italia, prendiamo tutte le precauzioni che ci ha impartito il Governo della Repubblica italiana, #restiamoacasa. Abbiamo sospeso i culti e i nostri pastori/e stando a casa si attivano in tutti i modi possibili per stare vicino alle loro comunità. La CELI vuole vivere il suo impegno da chiesa anche nel sostegno non solo spirituale di tutti coloro che sono impegnati 24/24 nel combattere la pandemia.

Caro donatore,
in base alla tua sensibilità e in base ai bisogni, ti chiediamo di sostenere

L’Ospedale Evangelico Betania, da sempre punto di riferimento di una vasta area del territorio, per continuare a garantire l’assistenza e le cure, necessita di nuove risorse sia umane sia strumentali. Nell’ospedale è stata allestita un’area “Critica” al posto degli ambulatori, attualmente chiusi, per accogliere temporaneamente i pazienti contagiati, ma l’Ospedale e tutto il personale sono impegnati ad assistere e curare anche centinaia di pazienti in altre patologie. Per sostenere l’Ospedale Evangelico Betania e gli oltre 450 operatori che vi lavorano, ma soprattutto per aiutare le tantissime persone che vi si rivolgono quotidianamente serve il vostro aiuto!

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all’Ospedale Evangelico Betania

Via Argine, n. 604 – Napoli, IT – Tel. 081.5912159 – www.ospedalebetania.org

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Se invece vuoi contribuire a mezzo bonifico bancario, il beneficiario è la
Fondazione Evangelica Betania, IBAN: IT49O 03069 09606 100000105615

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